Parlamentarischer Abend mit Swantje

Neue Kontakte knüpfen, intensive Gespräche führen, Verbindungen stärken – das waren die Ziele des Parlamentarischen Abends auf der Landesgartenschau in Neuss. Dort trafen sich Vertreter der aktuellen und künftigen Gartenschauen in Nordrhein-Westfalen, um Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Dialog. Vertreter der Gartenschau-Gesellschaften, Fördervereine, Landes- und Kommunalpolitik, der Wirtschaft, des Gartenbaus sowie zahlreicher gesellschaftlicher Einrichtungen kamen miteinander ins Gespräch. Einig waren sich alle in einer zentralen Botschaft: Landesgartenschauen schaffen weit mehr als schöne Parks – sie steigern langfristig die Lebensqualität einer ganzen Region.

Neben der Klever Stadtspitze mit Bürgermeister Markus Dahmen und Vertretern der Landesgartenschau gGmbH waren auch Astrid Hoyer-Holderberg, Andreas Kochs und Armin van Eyckels vom Förderverein in die Veranstaltungs-Oase gekommen. Mit dabei war natürlich auch Swantje, das Klever Maskottchen. Der sympathische Schwan mit den verschiedenfarbigen Gummistiefeln entwickelte sich schnell zum beliebten Selfie-Star des Abends.

Besonders gefragt war Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Die gebürtige Kleverin und ehemalige Landrätin des Kreises Kleve war eine der meistgesuchten Gesprächspartnerinnen. Auf der Bühne und im Austausch mit den Mitgliedern des Fördervereins unterstrich sie die Bedeutung von Gartenschauen: „Sie verändern die Landschaft, stärken den Klimaschutz, verbessern Städte und bringen Menschen zusammen. Ausrichtende Kommunen werden enorm profitieren. In diesen heißen Wochen wird uns vor Augen geführt, wie wichtig Begrünung in den Städten ist. Gartenschauen sind keine Blümchenschauen, sondern ein starker Motivator. Er katapultiert die Stadt in die Zukunft.“

Auch Landtagspräsident André Kuper fand eindringliche Worte. „Es gibt immer noch Menschen, die glauben, wir könnten die Natur bezwingen. Es ist kein Machtspiel, keines, das wir gewinnen können.“ Gleichzeitig beschwor er die positive Wirkung von Grünflächen: „Wir atmen anders, wenn wir im Grünen sind.“ Mit Blick auf zunehmende Hitzeperioden mahnte er, dass die Kommunen hierfür zukunftsfähige Antworten finden müssten.

Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Die frühzeitige Beteiligung der Bürgerschaft ist entscheidend für den Erfolg einer Landesgartenschau. In Neuss sei dies besonders gelungen. Das neue, 38 Hektar große Parkgelände mit seinen zusätzlichen Sportanlagen habe dazu beigetragen, dass inzwischen sogar 15 Prozent der Dauerkartenkäufer Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre sind.

WDR-Fernsehjournalistin Brigitte Büscher moderierte den Abend und bat Kleves Bürgermeister Markus Dahmen gemeinsam mit Sandra Maria Breuer vom Neusser Förderverein „Grünes Herz“, Annette Nothnagel, Geschäftsführerin der LAGA Neuss 2026 GmbH, sowie Hans-Christian Eckhardt, Vizepräsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V., zu einer Gesprächsrunde auf die Bühne.

Auf Büschers Frage, was ihn an Neuss besonders beeindruckt habe und was er sich für Kleve wünsche, antwortete Markus Dahmen ohne zu zögern: „Das bürgerschaftliche Engagement, das man sieht.“ Sein Wunsch sei es, „das Feuer nach Kleve zu transportieren“. Wie weit die Vorbereitungen für die Landesgartenschau auf einer Skala von eins („nix gemacht“) bis zehn („fertig“) seien? Dahmens ehrliche Einschätzung: „Bei drei bis vier. Wir müssen noch intensiv arbeiten.“

Zum Abschluss bat Brigitte Büscher die Neusser Gastgeber um einen Rat für Kleve. Annette Nothnagel brachte es auf den Punkt: „Teamwork ist das Rezept. Es müssen alle an einem Strang ziehen.“ Sandra Maria Breuer ergänzte: „Mein Wunsch an Kleve: Finden Sie Ihre eigene Geschichte – die des Ortes, der Stadt und der Menschen!“

Markus Dahmen sieht diese Geschichte bereits angelegt: „Stadt, Land, Wasser.“ Die einzigartige Topografie Kleves biete dafür beste Voraussetzungen. Und mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Ein Baumwipfelpfad wäre schön – falls machbar.“ Auf die Frage, wo er sich politischen Rückenwind wünsche, antwortete er: „Für viele Dinge, die ohne Zuschüsse nicht gehen.“

Auch die Kolleginnen und Kollegen der Internationalen Gartenschau Ruhrgebiet 2027 gaben den Klevern wertvolle Anregungen mit auf den Weg. Wichtig sei es, sich früh die entscheidende Frage zu stellen: „Wozu wollen wir die Landesgartenschau?“ Die Antworten darauf müssten ehrlich, nachvollziehbar und überzeugend sein. Ebenso wichtig sei es, die Chance zu nutzen, die Menschen aktiv zu beteiligen.